Startseite
Urheberrecht
Gründliche Notizen
Kurznachrichten
Ausführlicher Bericht
Nachdenkliche Worte
Sure Maria im Koran
Theaterchorythmie
frei benutzbare Texte



            Matthäus

              Markus



Anmerkungen:
Der Verfasser beschreibt das Leben Jesu aus der Quelle
von Markus, eines Schülers von Simon Petrus in Rom,

ergänzt durch eigene Nachforschungen unter anderem
über die Familie der leiblichen Mutter Jesu.


ADVENTSZEIT Lukas 1;1  

Viele haben es bisher versucht. Sie wollten einen
glaubwürdigen Bericht abliefern. Die mündliche
Überlieferung wurde inzwischen aufgeschrieben.
Zum einen gab es von Anfang an Augenzeugen der
Tatsachen. Die späteren Diener des Wortes waren ja
selbst dabei. Zum anderen habe ich auch eigene   Aufzeichnungen über die genauere Vorgeschichte.
Das Ergebnis lege ich dir, dem Freund Gottes, nun vor.

Es ist für dich nach dem zeitlichen Ablauf geordnet. So kannst du gewisse Zusammenhänge des Aufgeschriebenen selbst erkennen. Die Geschichten als solche kennst du ja schon vom Religionsunterricht.

Wir sind in den Tagen des Herodes. Er war seinerzeit König von Judäa. Es gab damals einen Priester mit Namen Zacharias. Er hatte seinen wöchentlichen Dienst in der Priestergruppe Abia. Seine Frau stammte direkt von Aaron ab. Ihr Name war Elisabeth. Alle beide lebten im Reinen mit Gott. Sie führten ein untadeliges Leben. Sie hielten sich an alle Gebote und Gesetze Gottes. Jedoch hatten sie kein Kind. Elisabeth war nämlich unfruchtbar. Zusätzlich waren sie beide schon ziemlich alt.

Eines Tages hatte Zacharias Dienst als Priester vor Gott im Rahmen seiner Wochenschicht. Dabei wurde er für ein besonderes Priesteramt ausgelost. Er sollte in den Tempel Gottes gehen. Dort wollte er auf dem Altar Weihrauch opfern. Mittlerweile kam die Stunde seines Räucheropfers. Zur selben Zeit betete draußen das ganze Volk. Plötzlich trat ein Engel Gottes auf. Rechts vom Altar mit dem Räucheropfer stand er. Nun sah ihn Zacharias. Er wurde nervös und bekam ziemliche Angst. Der Engel sprach ihn an: Hab keine Angst, Zacharias. Deine Fürbitte ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihn Johannes nennen. Er wird dir Freude machen. Du wirst sehr glücklich sein. Eine Menge Leute werden sich über seine Geburt freuen. In den Augen Gottes wird er ein Großer sein. Er wird niemals Wein und Rauschmittel zu sich nehmen. Schon im Mutterleib wird Heiliger Geist in ihn kommen. Viele vom Volk Israel wird er zu Gott, ihrem Gott, zurückführen. Unter den Augen Gottes wird folgendes passieren: Er wird vorangehen im Geist und der Kraft des Elias. Die Herzen der Väter wird er zu den Kindern hin bekehren. Die Gegner Gottes wird er in zufriedene Befürworter verwandeln. So wird er das Volk zurechtbringen. Er wird es für Gott bereit machen.

Daraufhin meinte Zacharias zu dem Engel: Woran soll ich das denn erkennen? Ich bin schließlich alt. Meine Frau ist auch schon im fortgeschrittenen Alter. Der Engel entgegnete ihm: Ich bin Gabriel. Ich stehe unmittelbar unter Gottes Leitung. Er hat mich zu dir geschickt. Ich soll dir genau das mitteilen. Die Botschaft sollte dich eigentlich freuen. Nun ist dies das klare Zeichen: Du wirst stumm werden. Erst muss alles so eintreten. Bis zu jenem Tag wirst du nicht sprechen können. Du hast ja meinen Worten nicht geglaubt. Die werden sich zum richtigen Zeitpunkt bestätigen. Derweil wartete das Volk auf Zacharias. So lange war er nun schon im Tempel. Sie waren nicht wenig erstaunt darüber. Endlich kam er heraus. Er konnte kein Wort zu ihnen sagen. Allmählich merkten sie den Grund. Er musste im Tempel eine Begegnung gehabt haben. Warum sonst winkte er ihnen zu. Die erwarteten Worte blieben jedoch aus. Nach Ende seines Wochendienstes freute er sich nur noch auf zuhause. Ein paar Tage später war seine Frau Elisabeth schwanger. Fünf Monate lang verheimlichte sie es und sagte: Das hat Gott für mich getan. Diese Tage hat er längst vorausgesehen. Nun wird mich kein Mensch mehr bemitleiden.

Im sechsten Monat dann wurde der Engel Gabriel wieder losgeschickt. Sein Ziel war diesmal eine Stadt in Galiläa namens Nazareth. Genau gesagt sollte er eine bestimmte Jungfrau aufsuchen. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt. Der wiederum stammte aus dem Haus und der Familie von David. Der Name der Jungfrau war Maryam. Also betrat der Engel ihr Haus. Er sagte: Freue dich, du mit liebe Beschenkte! Gott mit dir! Sie war aber wegen der Worte eher beunruhigt. Diese merkwürdige Begrüßung konnte sie nicht einordnen. Da sagte der Engel zu ihr: Du brauchst keine Angst zu haben, Maryam! Du wirst gewiss bei Gott Geschenke der Liebe finden. Und das ist das Zeichen: Du wirst etwas empfangen, schwanger werden und einen Sohn gebären. Gib ihm den Namen Jesus. Er wird ein ganz Großer sein. Sohn des Höchsten wird er heißen. Gott wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Über Israel wird er für immer und ewig König sein. Seine Königsherrschaft wird kein Ende haben. Maryam sagte zu dem Engel: Wie soll das gehen? Ich bin mit keinem Mann zusammen. Darauf antwortete ihr der Engel: Heiliger Geist wird auf dich fallen. Die Kraft des Höchsten wird direkt über dir sein. Diese Art der Zeugung macht das Heilige in dir zum Sohn Gottes. Und das ist das Zeichen: Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in hohem Alter etwas empfangen. Sie ist nun mit einem Sohn im sechsten Monat. Vorher hieß sie die Unfruchtbare. Bei Gott gibt es eben kein unmöglich. Daraufhin sagte Maryam: Ich verstehe das Zeichen. Von nun an gehöre ich Gott. So soll es mir ergehen auf deine Ankündigung hin. Und schon verschwand der Engel.

Und auch Maryam machte sich bald auf den Weg. Sie eilte in die Berge zu einer bestimmten Stadt von Juda. Dort betrat sie das Haus von Zacharias. Sie grüßte Elisabeth. Jetzt hörte Elisabeth Maryams Begrüßung. Genau in dem Moment strampelte das Kind wie wild in ihrem Bauch. Elisabeth wurde mit heiligem Geist gefüllt. Sie rief ganz laut: Du Auserwählte unter allen Frauen! Auserwählt ist das Kind in deinem Bauch. Ich kann es nicht fassen. Die Mutter meines Gottes kommt zu mir. Was für ein klares Zeichen! Die Worte deines Grußes waren kaum in meinem Ohr. Schon reagierte das Kind in meinem Bauch mit wilden Freudensprüngen. Glücklich ist die tief Gläubige. Vorhersagen Gottes werden an ihr wahr. Maryam antwortete mit einem Spruch: Hoch erhoben ist Gott in meiner Seele. Mein Geist jubelt über Gott, meinen Heiler. Er hat sehr wohl meine Armseligkeit gesehen. Trotzdem gehöre ich ihm. Und das ist das Zeichen: Ab jetzt werde ich in allen Zeitaltern die Glückliche heißen. Denn der Allmächtige hat etwas Großes an mir getan. Geheiligt werde sein Name. Seine Barmherzigkeit gilt von Generation zu Generation den Gottesfürchtigen. Er kann aber auch gewalttätig und handgreiflich werden. Die Oberschlauen verwirrt er in den Gedanken ihres Herzens. Die Chefs schmeißt er eisern vom Thron. Die Niedrigen bringt er groß raus. Die Hungernden bekommen Gutes und sind wieder zufrieden. Und die Reichen gehen leer aus. Er hat sich Israel ausgesucht. Es gehört ihm. Immer denkt er an seine Barmherzigkeit. Das hat er unseren Vorfahren versprochen. Es gilt Abraham und seinen Nachkommen für immer. Maryam blieb danach noch etwa drei Monate bei ihr. Anschließend ging sie zurück in ihr Haus.

Für Elisabeth dagegen war es Zeit für die Entbindung. Sie brachte einen Sohn zur Welt. Das bekamen auch die Nachbarn und Verwandten mit. Sie lobten die große Barmherzigkeit Gottes an ihr. Alle freuten sich riesig mit ihr. AchtTage später kamen sie dann zusammen. Der Junge sollte beschnitten werden. Sie wollten ihn gern nach seinem Vater Zacharias nennen. Aber seine Mutter meinte: Nicht doch, sein Name soll Johannes sein. Die Leute redeten auf sie ein: Schau doch mal in deiner Verwandtschaft nach. Es gibt niemanden mit diesem Namen. Nun gaben sie dem Vater ein Zeichen. Der sollte ihm den Namen geben. Er ließ sich ein Täfelchen reichen. Darauf schrieb er: Er heißt Johannes. Da staunten sie nicht schlecht. Auf der Stelle öffnete sich sein Mund. Er konnte seine Zunge wieder zum Reden benutzen. Gleich sprach er ein dickes Lob über Gott aus. Das jagte den Nachbarn insgesamt einen gehörigen Schrecken ein. Auf dem ganzen Gebirge Judäas sprachen die Leute davon. Alle bekamen es mit. Es ging ihnen ganz schön zu Herzen. Verwundert sagten sie: Aus dem Jungen kann noch viel werden. Sonst wäre nicht die Hand Gottes mit ihm.

Noch dazu wurde sein Vater Zacharias mit heiligem Geist gefüllt. Sogleich redete er in prophetischen Worten: Alle Ehre gehört Gott, dem Gott Israels. Er besucht seine Menschen. Dabei verschafft er ihnen Erlösung. Er hat ein Wahrzeichen der Heilung aufgerichtet. Das steht im Haus von David, seinem persönlichen Diener. So hat er es durch den Mund seiner von ihm ausgesuchten Propheten versprochen. Die verkünden folgendes seit Ewigkeiten: Es gibt eine Rettung vor unseren Feinden und Hassern. Seine Barmherzigkeit ist durch unsere Vorfahren bewiesen. Immer denkt er an seinen heiligen Bund. Er vergisst nie den Treueeid. Er hat ihn Abraham, unserem Vater, geschworen. Er verspricht uns Errettung aus der Hand unsrer Feinde. Wir dürfen ohne Angst vor ihm unseren Gottesdienst feiern. Dabei bleiben wir bescheiden. Und doch gelten wir als gerecht in seinen Augen für immer. Du aber, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Du wirst vor Gottes Augen der Bote sein. Du wirst seine Wege vorbereiten. Durch dich können sie die Heilung erkennen. Falsche Wege können so korrigiert werden. Ja, so groß ist die Barmherzigkeit Gottes. Der Sonnenaufgang kommt zu uns zu Besuch. Er bringt Licht für die Bewohner von Dunkelheit und Todesangst. Er lenkt unsere Schritte auf den Weg des Friedens. Der Junge selbst wurde immer größer. Zuletzt war er richtig stark im Geist. Noch war der Tag seines Auftretens vor Israel nicht gekommen. Bis dahin blieb er in der Wüste.


WEIHNACHTSZEIT Lukas 2;1

Inzwischen passierte folgendes: Kaiser Augustus hatte ein neues Gesetz erlassen. Demnach sollten seine Untertanen weltweit in Listen erfasst werden. Das war die erste in dieser Form durchgeführte Volkszählung. In Syrien regierte damals Quirinius. Alle machten sich daraufhin auf den Weg. Jeder musste sich eintragen lassen und zwar in seiner Heimatstadt. Also zog auch Joseph von Galiläa aus der Stadt Nazareth los. Er ging hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, Bethlehem genannt. Er kam ja ursprünglich aus dem Stamm und der Familie von David. Er wollte sich mit Maryam, seiner zukünftigen Frau, registrieren lassen. Sie war schwanger. Während ihrer Rast setzten bei ihr die Wehen ein. Sie musste hier ihren Sohn, den Erstgeborenen, zur Welt bringen. Sie zog ihm Windeln an. Dann legte sie ihn in einen Futtertrog. In dem dortigen Unterstellplatz für ihr Reittier fand sie sonst keine andere Möglichkeit.

In der Nähe bewachten Hirten nachts ihre Herde auf einer Bergweide. Da geschah dieses Zeichen: Ein Engel Gottes kam zu ihnen. Die unfassbare Ausstrahlung Gottes war rings um sie sichtbar. Sie bekamen eine Riesenangst. Der Engel sagte zu ihnen: Habt keine Angst wegen diesem klaren Zeichen. Ich habe eine erfreuliche Nachricht für euch. Die gilt für alle Menschen. Am heutigen Datum ist hier in der Stadt Davids der Heiler geboren. Er heißt Christus oder einfach nur Herr. Und dies ist das besondere Zeichen extra für euch: Ihr werdet ein Kind sehen. Das hat Windeln angezogen und liegt in einem Futtertrog. Ganz plötzlich war außer dem Engel ein riesiges himmlisches Heer da. Die bejubelten Gott mit diesen Worten: Eine unfassbare Ausstrahlung hat Gott in der Gegenwart der höchsten Wesen. Auf der Erde ist er der Friede in den Gott wohlgefälligen Menschen.

Hinterher verschwanden die Engel wieder im Himmel. Folglich sagten sich die Hirten: Auf jeden Fall sollten wir rüber nach Bethlehem gehen. Dann können wir uns die Dinge selbst ansehen. Wozu sonst hat Gott sie uns bekanntgemacht. Schnell machten sie sich auf den Weg. Tatsächlich fanden sie Maryam, Joseph und das Kind. Es lag in einem Futtertrog. Nun hatten sie es persönlich gesehen. Gleich gaben sie die ihnen verkündete Engelsbotschaft vom Kindlein weiter. Alle Zuhörer waren total erstaunt über die Schilderung der Hirten. Besonders Maryam merkte sich alle Einzelheiten. Sie dachte in ihrem Herzen darüber nach. Anschließend machten sich die Hirten auf den Heimweg. Unterwegs noch schwärmten sie von der unfassbaren Ausstrahlung Gottes. Sie lobten Gott wegen all der hörbaren und sichtbaren Zeichen. Vor allem das Wie der Engelworte an sie war so beeindruckend.

Acht Tage später wurde es Zeit für die Beschneidung. Bei der Gelegenheit bekam er den Namen Jesus. Nach Worten des Engels wurde es so vorherbestimmt schon vor Beginn der Schwangerschaft. Bald waren auch die Tage der Reinigung vorüber. Sie sind im Gesetz Mose genau festgelegt. An deren Ende brachten sie ihn nach Jerusalem. Hier sollte er Gott geweiht werden. Auch das steht im Gesetz Gottes geschrieben: Von jedem erstgeborenen Jungen soll es heißen: Er gehört Gott. Außerdem wollten sie das im Gesetz Gottes vorgeschriebene Opfer bringen: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Wieder geschah ein Zeichen: Ein Mann mit Namen Simeon war in Jerusalem. Dieser Mann lebte im Reinen mit Gott und hatte Ehrfurcht vor ihm. Er wartete voller Sehnsucht auf den Christus Israels. Heiliger Geist war über ihm. Von diesem Geist, dem Heiligen, hatte er eine Vorhersage bekommen. Er werde noch vor seinem Tod den Christus Gottes sehen. Durch den Geist geleitet kam er in den Tempel. In diesem Moment brachten die Eltern den Jesusknaben herein. Sie wollten an ihm gerade das übliche Verfahren des Gesetzes vollziehen. Gleich nahm auch er ihn auf die Arme. Er lobte Gott und sprach: Nun, mein Gebieter, erlöst du deinen Diener. Durch dein Wort kann ich in Frieden ruhen. Meine eigenen Augen haben deinen Heiler gesehen. Du hast ihn vor den Blicken aller Völker groß herausgestellt. Er ist ein Licht der Offenbarung für die Ungläubigen. Seine unfassbare Ausstrahlung aber gehört deinem Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter waren nur noch am Staunen. Was wurde alles über ihn gesagt. Jetzt segnete Simeon auch noch die beiden. Dann sagte er zu Maryam, seiner Mutter: Erkenne das Zeichen: Dieser ist gekommen zum Hinfallen und Wiederaufstehen. In Israel wird er für viele ein Symbol des Widerspruchs sein. Außerdem wird durch deine Seele ein Messer schneiden. Das soll in vielen Herzen verborgene Neigungen enthüllen.

Auch die Prophetin Hanna erschien. Sie kam als Tochter von Phanuel aus dem Stamm Asser. Sie erreichte mittlerweile ein weit fortgeschrittenes Alter. Als junge Frau hatte sie nur 7 Jahre mit ihrem Mann zusammengelebt. Nun war sie eine 84-jährige Witwe. Immer blieb sie im Tempel. Tag und Nacht diente sie Gott mit Fasten und ihren Gebeten. Genau im richtigen Augenblick kam sie dazu. Sie gab Gott alle Ehre. Sie hielt eine Rede über ihn. Dabei sprach sie eine bestimmte Gruppe an. Diese erwarteten in Jerusalem die Ankunft des Christus. Am Ende hatten sie alle Vorschriften nach dem Gesetz Gottes ausgeführt. Also kehrten sie heim nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. Der Junge selbst wurde immer größer. Zuletzt war er richtig stark im Geist. Er war gefüllt mit Klugheit. Liebesgeschenke Gottes prägten ihn.

Seine Eltern gingen nun jedes Jahr zum Passahfest nach Jerusalem. Inzwischen war er zwölf Jahre alt. Deshalb zogen sie mit ihm gemeinsam hinauf nach Jerusalem zum Fest. Das war ein fester Brauch so. Am Ende des Festes machten sie sich wieder auf den Heimweg. Der Jesusknabe blieb in Jerusalem zurück. Seine Eltern hatten das aber nicht mitbekommen. Sie vermuteten ihn vielmehr bei sich in der Karawane. Einen ganzen Rückreisetag lang fragten sie nach ihm bei Verwandten und Bekannten. Natürlich fanden sie ihn nirgends. Also machten sie kehrt. Zurück in Jerusalem suchten sie dort nach ihm. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Theologen. Er hörte ihnen zu und stellte Fragen an sie. Alle Zuhörer waren über seinen Verstand und seine Antworten total überrascht. Inzwischen hatten die Eltern ihn entdeckt. Auch sie staunten nicht schlecht. Seine Mutter meinte noch zu ihm: Junge, was machst du mit uns? Dein Vater und ich haben dich überall verzweifelt gesucht. Daraufhin sagte er ihnen: Wisst ihr es denn nicht? Ich muss doch hier bei meinem Vater sein! Das verstanden sie überhaupt nicht. Sie nahmen lediglich seine Worte auf. Danach zog er mit ihnen hinunter. Er kam zurück nach Nazareth. Dort war er den Eltern dann wieder gehorsam. Seine Mutter aber prägte sich seine Worte sorgfältig ein. Sie dachte in ihrem Herzen oft darüber nach. Und Jesus wurde mit der Zeit immer klüger. Bald war er vollkommen erwachsen. Jetzt war er ein Liebesgeschenk für Gott und die Menschen.

Wir zählen das Jahr 15 der Regierung von Kaiser Tiberius. Pontius Pilatus regiert in Judäa. Herodes ist König in Galiläa. Sein Bruder Philippus regiert in den Ländern Ituräa und Trachonitis. Lysania hat sein Königreich in Abilene. Die damaligen Hohenpriester heißen Hannas und Kaiphas. Seinerzeit erging eine Berufung von Gott an Johannes, den Sohn des Zacharias. Er war gerade mitten in der Wüste. Kurzerhand wurde er in die gesamte Gegend rings um den Jordan geschickt. Dort sollte er mit seiner Nachricht auftreten. Die Taufe zum richtigen Weg hin war ihr Inhalt. Falsche Wege können so korrigiert werden. So hatte es früher der Prophet Jesaia in seinem Buch ausgedrückt: Stimme des Nachrichtensprechers: Mitten in der Wüste soll ein Weg zu Gott gebaut werden. Geplant sind kerzengerade Straßen. Jedes Tal wird aufgefüllt. Krumme Wege werden begradigt. Unebene Straßen werden plattgewalzt. Dadurch wird für alle Menschen die rettende Hand Gottes sichtbar werden. Er selbst sagte aber dies zu den Leuten. Die zogen in Scharen hinaus wegen der Taufe: Ihr falschen Schlangen! Wo denkt ihr nur hin? Ihr wollt vor der Strafe davonlaufen? Stellt euch der Verantwortung! Die neue Richtung muss klar an euch zu erkennen sein. Wollt ihr etwa so sagen: Wir sind immerhin Nachkommen von Abraham. Eines kann ich euch versichern: Gott kann für Abraham die Steine hier in Kinder verwandeln. Die Axt ist schon an der Wurzel der Bäume zum Schlag erhoben. Ein übler Baum ohne gute Frucht wird umgehauen. Danach wird Brennholz aus ihm gemacht. Da fragte ihn die Menge der Leute: Was sollen wir denn tun? Er antwortete ihnen: Du hast vielleicht zwei Anzüge. Du kennst aber jemanden ohne anständige Kleidung. Gib ihm einen von deinen Anzügen ab. Mit Essensvorräten kannst du es genauso machen. Mittlerweile kamen auch Finanzbeamte. Sie wollten sich taufen lassen. Auch sie sagten zu ihm: Lehrer, was sollen wir tun? Er antwortete ihnen: Schickt den Leuten gerechtere Steuerbescheide. Belastet sie nicht über die Maßen. Nun fragten ihn ein paar Soldaten: Und was sollen wir tun? Er antwortete ihnen: Schüchtert niemanden ein. Erpresst keinen Menschen. Seid zufrieden mit eurem Sold.

Unterdessen wurden im Volk Hoffnungen wach. Die ganzen Leute hielten ihn für Christus. Johannes ergriff deshalb das Wort. Er sagte zu ihnen allen: Ich tauche euch in Wasser unter. Nach mir kommt ein anderer. Der ist viel stärker als ich. Gegenüber ihm bin ich total wertlos. Ich könnte glatt sein Schuhputzer sein. Er wird euch in Heiligen Geist und in Feuer untertauchen. Er hat den Kehrbesen in seiner Hand. Er wird seine Lagerhalle saubermachen. Das Getreide kommt in seine Vorratskammer. Die Schalenreste aber wird er mit unlöschbarem Feuer verbrennen. Andererseits ermutigte er aber auch das Volk durch freudige Nachrichten. Das galt aber nicht für den König Herodes. Ihn hatte er wegen Herodias zurechtgewiesen. Die war nämlich die rechtmäßige Frau seines Bruders Philippus. Sogar regelrechte verbrecherische Handlungen hatte er Herodes nachweisen können. Also fügte der noch ein weiteres Verbrechen hinzu. Er ließ Johannes ins Gefängnis werfen.

Inzwischen war das gesamte Volk getauft worden. Auch Jesus wurde getauft und betete. Schon geschah es: Der Himmel öffnete sich einen Spalt weit. Der Geist, der Heilige, fiel in Gestalt einer Taube auf ihn herab. Dabei rief eine Stimme aus dem Himmel heraus: Du bist mein lieber Sohn. Das gefällt mir gut so.

Da war Jesus noch am Anfang seiner Tätigkeit. Er war damals ungefähr 30 Jahre alt. Vom Gesetz her galt er als Sohn von Joseph. Seine Vorväter waren Heli, Matthat, Levi, Melchi, Janna und Joseph. Zuvor hatte er Mattathias, Amos, Nahum, Esli, Naggai und Maath als Väter. Ebenso waren Mattathias, Semei, Josech, Joda, Johannes und Resa seine Ahnen. Weitere Vorfahren in aufsteigender Linie waren Serubabel, Salathiel, Neri, Melchi, Addi, und Kosam. Die wiederum stammten ab von Elmadan, Er, Jesus, Eliezer, Joram und Matthat. Dann gab es die Urahnen Levi, Simeon, Juda, Joseph, Jonam und Eliakim. Davor kamen Melea, Menna, Mattatha und Nathan, einer der Söhne von David. Weitere elterliche Vorfahren waren Isai, Obed, Boas, Salmon, Nahasson und Aminadab. Der hatte als Väter Admin, Arni und Esram. Diese wiederum waren Nachkommen von Phares, Juda, Jakob, Isaak und Abraham. Dessen Urahnen waren Thara, Nachor, Seruch, Regu, Peleg und Eber. Desweiteren gab es Sala, Kainan, Arphaxad und Sem, den Sohn von Noah, in der Ahnenreihe. Einige der Urväter waren Lamech, Methusalah, Henoch, Jared, Maleleel und Kainan. Am Anfang der Reihe stand außer Enos, Seth und Adam, Gott.